Traditionen im Annaberger Land

Wo man gern einkehrt

Die ländliche Region bietet eine Vielzahl gastronomischer Angebote. Traditionsreiche Häuser und moderne Schlemmertempel servieren eine breite Auswahl für jeden Geschmack, auch bodenständige Hausmannskost.

Im Annaberger Land erhält man in vielen Gasthöfen erzgebirgstypische und deftige Gerichte. Besonders Wildspezialitäten und Pilze, hier nennt man sie Schwamme, sind auf jeder guten Speisekarte zu finden. Zur besseren Verdauung wird ein erzgebirgischer Kräuterlikör empfohlen.

Für den Gast, der einige Tage hier verweilen will, stehen zahlreiche Privatzimmer, Ferienwohnungen, Pensionen, Hotels und sonstige Unterkünfte zur Verfügung. Gäste fühlen sich bei uns wie zu Hause.

Schwammesupp (Pilzsuppe)

Schwammesupp (Pilzsuppe)
Zutaten:
  • 750 g Mischpilze
  • 100 g Zwiebellauch
  • 100 g Butter
  • 2 Eßlöffel gehackte Petersilie
  • Salz, Pfeffer, Kümmel
  • 2 l Fleisch- oder Gemüsebrühe
Zubereitung:
Pilze und Zwiebellauch mit Butter und Gewürzen gut schmoren lassen und anschließend mit der Brühe ablöschen. Durchkochen und abschmecken. Mit reichlich Petersilie bestreut servieren.

Weihnachten im Gebirge

Weihnachtsmarkt Annaberg-B. (©TVE)

Wenn´s in den Backstuben nach Stollen duftet, die Bläser vom Turm alte Weisen erklingen lassen, Knecht Ruprecht im Schlitten vorfährt oder die Menschen am Christtag früh um 5 Uhr durch den frischen Schnee zur Mette in die Kirche stapfen, dann ist hier im Gebirge die schönste Zeit - Weihnachtszeit. Lichterglanz erfüllt die Fenster und Gassen, Pyramiden drehen sich im Freien, echte Crottendorfer Räucherkerzen betören die Luft in den Stuben - lebendige Tradition. Das Erzgebirge ist das deutsche Weihnachtsland. Hier haben sich viele alte weihnachtliche Bräuche bis in die Gegenwart erhalten.

Natürlich gehören zur Weihnachts- und Winterzeit auch die alten kunsthandwerklichen Arbeiten, wie das Klöppeln, das Schnitzen und das Drechseln. Schon seit 1561 ist die Klöppelkunst in Annaberg nachweisbar. Rasch erreichte diese Handarbeit auch die Dörfer, wo nicht nur Frauen sondern auch Kinder und Männer sich den Lebensunterhalt damit verdienten.

Die erzgebirgische Holzdrechselei, die ihren Ursprung im Seiffener Raum hat, ist im 19. Jahrhundert auch hier im Annaberger Land ansässig geworden, so durch die Familien Frohs und Otto in Steinbach und Arnsfeld. In fast allen Orten der Region entstanden um die Jahrhundertwende Schnitz- und Krippenvereine, die heute noch aktiv mit Ausstellungen ihr Können präsentieren. Meisterwerke aus Holz, teils filigran und zerbrechlich, dann wieder derb und ausdrucksstark, bestimmen die Arbeit der einzelnen Schnitzer.

Die erzgebirgische Volkskunst ist ein bodenständiges Handwerk, geprägt von den Erfahrungen und dem Formenschatz vergangener Generationen.

Vereine - Aktives Mitgestalten der Region

Der EZV Steinbach auf Wandertour

Der Erzgebirgler, in der Regel ein geselliger Typ, sucht auch in der Freizeit das Erlebnis in der Gemeinschaft. Schon im frühen 19. Jahrhundert bildeten sich vielerorts Vereine, die kulturelle, soziale oder wirtschaftliche Ziele verfolgten. Neben den traditionellen Vereinen, wie den Turn-, Gesangs-, Geflügelzüchter- und Schnitzervereinen, sind in den letzten Jahren neue Gruppen entstanden, die sich ebenso aktiv am gesellschaftlichen Leben in den Orten beteiligen und den Menschen eine sinnerfüllte Bindung und Aufgabe geben.

Ganz wichtig ist dabei das Gefühl des Gebrauchtwerdens, das die Arbeit in den Vereinen vermitteln kann, das Einbringen von Ideen und die Motivation für selbständiges Handeln. Zu den neu gegründeten Vereinen, die auf das kulturelle, aber auch wirtschaftliche Geschehen der Orte Einfluß nehmen, gehören u. a. die Erzgebirgszweigvereine (Jöhstadt, Mildenau, Steinbach, Großrückerswalde), der Museums-Förderverein in Mauersberg, der Verein Leitfaden in Arnsfeld und die Interessengemeinschaft Preßnitztalbahn mit Sitz in Jöhstadt.

Alte Baukunst - Bewahrenswertes Fachwerk

Fachwerkhaus in Königswalde

In den letzten Jahrzehnten wurden Fachwerkkonstruktionen häufig abgerissen, trotzdem sind noch eine Reihe interessanter Fachwerkhäuser im Erzgebirge erhalten geblieben. Sie prägten früher den Charakter der Dörfer. Jetzt ist das Fachwerk hier nur noch an Einzelobjekten sichtbar, Ensembles sind selten zu finden.

Was ist das Faszinierende an dieser Bauart? Ist es das Wechselspiel von horizontalen, vertikalen und schrägen Hölzern und die daraus entstehenden geometrischen Figuren oder der Wechsel von Farben und Materialien? Fachwerk macht Kraftlinien und Spannungen sichtbar, ist gleichzeitig Schmuck. Holz wird wieder in größeren Mengen im Bauwesen verwendet.

Unter den Architekten und Bauherrn wächst das Bewußtsein, Bauten landschaftstypisch zu gestalten, sensibel der Umgebung anzupassen und altes Kulturgut zu bewahren. Beispiele der fachgerechten Rekonstruktion von historischer Bausubstanz sind u. a. in Mildenau, Steinbach und Königswalde zu finden. Wesentliche Impulse hierzu liefern auch die örtlichen Entwicklungskonzepte, der Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" und die gezielte Vergabe von Fördermitteln zur Erhaltung der alten dörflichen Bauweise.